Werkstatt für Exploralismus

Offenes Atelier mit dem Schwerpunkt künstlerisch, kreatives Arbeiten mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Hinblick auf Resilienzförderung und Integration.

Wer sind wir?

Wir „Exploralisten“ sind eine Gruppe von gesellschaftlich offenen Menschen verschiedener Nationalitäten, die sich  aus breitgefächerten Berufsfeldern wie Kunst, Heilpädagogik, Pädagogik, Musik, Schmuckgestaltung und Marionettenbau Ende 2015 zusammengefunden haben.

In unmittelbarer Nähe der Unterkunft für Geflüchtete in Kiel-Wik in einem Atelier im Anscharpark, haben wir in einem dialogischen, offenen Prozess kunstpädagogische Angebote für geflüchtete Kinder und Jugendliche entwickelt. Hier fließen verschiedene individuelle Wissensschätze, Erfahrungen, Lebensstile und kulturelle Präferenzen ein und ermöglichen die Vielfalt einer interkulturelle Gesellschaft.

 Wie arbeiten wir?

Immer montags und donnerstags 15:00 -17:00 Uhr haben wir das Atelier für die geflüchteten Kinder und Jugendliche sowie deren Freunde aus Nachbarschaft und Schule geöffnet. Eingeladen sind alle, die Lust dazu haben, sich kreativ und experimentell zu begegnen.

Wir bieten an unterschiedlichen „Stationen“ im Atelier verschiedene kreative Aktivitäten an. Oft werden diese Anregungen von den Kindern modifiziert.

Wir sehen uns nicht als „Kunstlehrer“, sondern begleiten das unmittelbare künstlerische und prozessorientierte kreative Tun. Es gibt kein Richtig oder Falsch, alle Ergebnisse werden wertgeschätzt. Wir wollen den defizitorientierten Blick auf Geflüchtete durch Wertschätzung ersetzen.

Der wesentliche  Aspekt unserer Arbeit ist es, wichtige Kompetenzen zu vermitteln, die nötig sind, um sich in der neuen Umgebung zu orientieren. Bei uns lernen die Kinder auch, sich mit unsere Kulturtechniken auseinanderzusetzen. „Kulturtechniken helfen, die Welt in der man lebt, zu ordnen.“

Unsere Integrationsarbeit in einer alters- und kulturgemischten Gruppe lebt von einem stetigen, gegenseitigen Lernprozess der unser eigenes Denken und Handeln enorm bereichert.

Viele Kinder haben aufgrund von Kriegs- und Flucht-Erfahrungen lange Zeit nicht „Kind“ sein dürfen/können und daher Fähigkeiten u.a. Handlungsfähigkeit; Flexibilität; Selbststärkung

(Empowerment); Widerstandsfähigkeit (Resilienz)eingebüßt, die wieder aktiviert werden müssen, damit ihre Integration und Teilhabe an die Gesellschaft gelingt und sich Defizite nicht chronisch verfestigen.

Wir denken, dass den Kindern „jetzt“ geholfen werden muss, damit eine Integration gelingen kann. Unser künstlerisches kreatives Arbeiten mit den geflüchteten Kindern ist nicht als trauma-therapeutisches Angebot gedacht. Es erweist sich aber als erster Schritt in Richtung Heilung, da es den aus der Heimat geflüchteten Menschen ihre eigene Handlungsfähigkeit aufzeigt und Selbstwirksamkeit offenbart. So sind die Angebote langfristig kreativitätsfördernd, was sich in einer Erweiterung des Handlungsspektrums zeigt und für einen existenziellen Neuanfang von wesentlicher Bedeutung ist.

Das Projekt „Kultur verbindet“ soll längerfristig im sozialen Umfeld der Geflüchteten verankert werden und durch eine Öffnung der kreativen Angebote auch die Teilnahme der Anwohner des Stadtteiles Kiel/Wik am kreativen Tun ermöglichen. Darin sehen wir einen Weg zur Integration und Teilhabe von Geflüchteten an der deutschen Gesellschaft. Gleichzeitig schaffen wir Aufmerksamkeit für ihre Lebenssituation.

Was möchten wir bewirken?

Folgende Begriffe zeigen in aller Kürze Bereich auf, in denen wir durch unser kreatives Arbeiten mit den Kindern etwas bewirken möchten: Handlungsfähigkeit, Flexibilität, Traumabearbeitung, Selbstbewusstsein, Selbststärkung (Empowerment), Selbststeuerung, Widerstandsfähigkeit (Resilienz), soziale Vernetzung, Integration, Sprachförderung, Förderung sozialer Kompetenzen, Schulung eines Demokratieverständnisses, Teilhabe, Reflexionsfähigkeit.

Das Atelier ist auch ein außerschulischer Lernort. Klare Strukturen und gestalterische Prozesse verbessern Fähigkeiten, die gerade aufgrund von Kriegs- und Flucht-Erfahrungen wieder aktiviert werden müssen. Zu unsere Arbeit zählen zudem regelmäßige Reflexionsgespräche und Supervision.

  • Franny Petersen-Storck
    Leiter: Sparte Kunst und Öffentlichkeitsarbeit
    www.franny-ps.com
  • Sabine Ebel-Urbany
    Leiterin: Heilpädagogisches Gestalten und kreative Sprachförderung

Werkstatt für Exploralismus
Haus 1 im Anscharpark
Weimarer Straße 8
24106 Kiel
Mail: kreatives@wik-kiel.de
Phone: 0157 71720318
www.wik-kiel.de

Flyer zum Artikel – Juni 2017